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01.10.2015

Jubiläumsfeier in Gebärdensprache - Freundschaft ist ein starkes Band

Schon von weitem konnte man die Feier des Zentrums für Gehörlosenkultur hören. Denn die Trommeln aus Gambia schallten bis auf die Straße. Für die vielen gehörlosen Besucher waren sie nicht hörbar, aber spürbar. Mit Luftballons in der Hand fühlten sie die Schwingungen nach oder setzen sich selber an die Trommeln, um lauthals deutlich zu machen: Wir haben eine Stimme!

Das Zentrum für Gehörlosenkultur (ZfG) und das Wohnheim für gehörlose Menschen feierten ein Doppeljubiläum. 30 Jahre existiert die Beratungseinrichtung für hörgeschädigte Menschen schon in Dortmund, die sich aus einer Eterninitiative rund um Ulrich Pufhan und Wolfgang Wenzler gründete. In der Vielfalt der Beratungsangebote von Familienhilfe, Integrationsfachdienst über amtliche Betreuungen bis hin zur Suchtberatung stellt sie eine Besonderheit für den Personenkreis dar. Regelmäßige Sprechstunden bieten eine Anlaufstelle für kleine und große Nöte und Fragen. Die sozialpädagogischen Mitarbeiter beherrschen die Gebärdensprache. Schwerhörige Menschen finden hier ebenso Gehör wie CI-Träger und Spätertaubte.

Das Wohnheim mit der Außenwohngruppe in Kley bietet seit nunmehr 25 Jahren einen festen Wohn- und Lebensraum für 20 erwachsene Menschen mit einer Mehrfachbehinderung. Bernd Mengelkamp hat als Mann der ersten Stunde das Wohnhaus in ein Zuhause verwandelt. Zahlreiche Bewohner und regelmäßige Besucher des Zentrums feierten am Samstag den 15.08.2015 gemeinsam auf dem zeitgleich stattfindenden Sommerfests des Union-Gewerbehofs.

Nicht nur Geschäftsführer Joachim Welp betonte die Bedeutung der beiden Einrichtungen in seiner Begrüßungsrede. Wilhelm Enning (91), der von Beginn an beim Umbau der ehemaligen Kaue in ein ansehnliches, offenes Haus dabei war, stellte in zauberhafter Verkleidung gebärdensprachlich dar, wie wichtig der Zusammenhalt von hörenden und hörbeeinträchtigten Menschen in unserer Gesellschaft ist. „Freundschaft ist ein starkes Band“, war sein flammender Appell an die mehr als 200 Gäste.

 

Geschäftsführer Joachim Welp (Mitte) trommelt mit Georg Schmidt (gehörloser Bewohner links) gemeinsam mit Musikern aus Gambia beim Sommerfest des ZfG und des Wohnheims.

 

 

16.07.2015

Schule...und was dann? 2. Elternseminar im Zentrum für Gehörlosenkultur Dortmund e.V.

Am 12. Juni 2015 fand in Form einer Nachmittagsveranstaltung erneut ein Elternseminar im Rahmen des Projekts STAR - Schule trifft Arbeitswelt - für Eltern statt, deren Kinder eine Hörschädigung haben und in Westfalen-Lippe eine Schule besuchen. Erstmals nahmen auch Eltern teil, die ihre Kinder nicht an einer Förderschule Hören und Kommunikation, sondern im Gemeinsamen Lernen unterrichten lassen.

Peter Dieler (leitender Audiotherapeut der MEDIAN Klinik am Burggraben in Bad Salzuflen) und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Integrationsfachdiensten Dortmund, Gelsenkirchen und Münster führten durch die Veranstaltung. Gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurden konzentriert Themen im Zusammenhang mit der Berufsorientierung diskutiert und besprochen. Wie kann es nach der Schule weitergehen? Welche Rolle spielt die Kommunikation? Muss ich eigentlich alles alleine machen?

                               

Zudem wurden vier Referenten, ein Tischler in Ausbildung und seine Mutter, sowie Eltern eines gelernten Fachinformatikers eingeladen. Sie alle haben den Prozess der Berufsorientierung derzeit abgeschlossen und erzählten den Eltern in einer anregenden Art und Weise ihre Erfahrungen und Erlebnisse. Viel Mutmachendes wurde besprochen, Kritisches wurde dennoch nicht verborgen, sondern offen und ehrlich mit den Teilnehmenden geteilt.

Auch in den Pausen, während derer sich bei Kaffee und Kuchen gestärkt werden konnte, hörten die Gespräche nicht auf. Die Chance sich mit anderen Eltern auszutauschen, deren Kinder ebenfalls eine Hörbehinderung haben, wurde intensiv genutzt. Gehört, gestärkt und mit vielen neuen Informationen im Gepäck, ging dieser schöne Freitag, für alle Beteiligten zufriedenstellend, gegen 18.30 Uhr zu Ende.

Wir bedanken uns herzlich bei Peter Dieler für die erneut tolle und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Auch unseren Gastreferenten möchten wir Danke sagen für Ihre bereichernde Teilnahme! Zum Schluss freuen wir uns über alle Eltern, die teilgenommen und mit ihren offenen und ehrlichen Beiträgen maßgeblich zum Gelingen unserer Veranstaltung beigetragen haben. Schön, dass Sie alle da waren!

 


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